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Die Radfahrer

Dienstag 1. September 2009

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Zur Hundertjahrfeier der Montalbanaise beschlossen fünf Unentwegte die Strecke mit dem Fahrrad zurück zu legen.

Dass dabei auch einiges Amüsante passierte, ist denke ich jedem klar. In Deutschland lief wahrscheinlich wegen des Heimvorteils noch alles in geordneten Bahnen, aber bereits in der ersten Nacht in Frankreich, wurde man überrascht. Der Campingplatz, den man ausgesucht hatte, war gut gefüllt, sodass die Besitzer diesen einfach in Richtung eines Truppenübungsplatzes verlängerten. Diesen nutzen auch eine große Gruppe Jugendliche, um dort eine Freiluftdisco im Kleinen zu veranstalten. Ein Mitglied des Teams, Polizist seines Zeichens, musste durch mehrmaliges Androhen des Rufens seiner Kollegen um Ruhe kämpfen. Die anderen Teammitglieder sprachen allerdings davon, dass diese Rufen mehr in der Nachtruhe gestört hätte. Überrascht wurde die Gruppe auch, als sie bei ihren Aufenthalt in einer Stadt am Sonntagabend versuchten Bier für das Abendessen aufzutreiben. Was bei uns kein Problem ist, wurde zu einem Gewaltmarsch. Erstens fand man keine offene Gaststätte und wenn dann doch, verkauften diese kein Bier an unsere armen Radfahrer. Als endlich ein Wirt bereit war unsere durstigen Gesellen mit Bier zu versorgen, gab es aber nur zwei Flaschen. Es muss nicht erwähnt werden, dass dies nur in kleinen Schlücken genossen wurde. Ein Problem für viele Deutsche sind auch die Löcher im Boden, die Toiletten genannt werden. So auch für einen aus dieser Gruppe, dessen Geschäft einfach nicht erfolgreich abgewickelt werden konnte in diesen Örtlichkeiten. Auch dann nicht wenn die Kombination Dusche/Toilette in einem da war. Wie gesagt er hatte ein großes Problem, denn drei Tage hintereinander gab es nur solche Häuschen. Als die Mitfahrer schon Angst hatten, dass ihm bald kein Hemd mehr passen würde, weil der Hals so dick wurde, kam endlich ein Campingplatz mit für ihn normalen Toiletten – so kann man mit kleinen Sachen großes Glück bescheren.

Am vorletzten Abend in Laval war die Stimmung schon sehr gelöst, denn der Großteil der Strecke lag hinter ihnen. Man saß am Tisch flachste herum, als man plötzlich ein verdächtiges Knistern hörte. Schon liefen die ersten Camper mit Schüsseln, Eimern und sonstigen Gerätschaften, in denen man Wasser auffangen konnte, in Richtung eines Zeltes, dass neben unseren Radfahrern aufgebaut war. Als diese schauten, nahmen sie auch alle diese Gerätschaften fühlten diese mit Wasser und rannten dorthin. Was war geschehen: Ein einsamer Camper, vermutlich eingeschlafen, hatte begonnen mit dem Kochen des Essens und sein kleiner Campingkocher brachte das sehr trockene Gras im Umfeld zum Brennen. Aber gemeinsam mit den anderen Campern war das Feuer schnell gelöscht und der Gerettete bedankte sich bei allen tausendmal.

Die letzte Episode ergab sich eigentlich schon nach der Tour d’Amitie. Unsere Radfahrer sollten am Festzug teilnehmen, was diese auch gerne taten. Am vereinbarten Treffpunkt musste man auf ein Teammitglied länger warten. Als er endlich kam, erklärte er, dass er seine Anstecknadel, die er am Abend vorher verloren hatte, wieder gefunden hatte. Auf die Frage, was das mit seinem zu spät kommen zu tun habe, teilte er mit, dass er beim Losfahren im Hof mit den Vorderreifen die Nadel aufgenommen habe, und sich deshalb einen Platten zuzog. Nebenbei erwähnt der einzige Platte denn die Crew auf der ganzen Strecke hatte.

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